Wieso schreien (wie am Markt) im Online Marketing langfristig nicht funktioniert (Teil 1 von 2)

ACHTUNG: Dieser Text hat Ecken und Kanten. Mit Absicht. Ich mache mir hier keine Freunde, mit dem was ich sage. Egal ob richtig, falsch oder irrelevant, ich finde, es muss einfach mal gesagt werden.

Wer schreit hat Unrecht.

Das sind nicht meine Worte.

Sondern ein deutsches Sprichwort, was du wahrscheinlich kennst.

Komisch also das, wie auch Seth Godin zustimmt, im Online Marketing derzeit öfter geschrien wird, als nötig ist...

Und das, obwohl es eine Alternative dazu gibt.

Egal in welcher Nische, der Markt ist voll mit reißerischen Angeboten, die durch Übertreibungen herausstechen wollen. Alle irgendwie gleich und jeder hat DAS BESTE.

Es erinnert mich ein wenig an einen Marktplatz im Mittelalter…

Da hat nämlich auch jeder geschrien, um an Kunden zu kommen.

Nur komisch, dass heutzutage die wenigsten Anbieter auf dem Markt schreien.

Auf dem Wochenmarkt gibt es zwar immer noch zwei Arten von Anbietern.

Die Verteilung zwischen den beiden hat sich aber im letzten Jahrzehnt stark verändert.

Da gibt es den Marktschreier (Das hier unten z.B ist Wurst-Achim)...

FOTO: Stephan Schuetze | Rheinische Post 2018

Der dir mit aller Gewalt versucht, seine Waren zu verkaufen, über den ganzen Markt schreit, um Aufmerksamkeit zu bekommen, und IMMER den besten Preis hat.

Er steht in direkter Konkurrenz mit den anderen Marktschreiern und muss sich um die Leute, die sich vom Geschrei anziehen lassen, schon fast prügeln.

Falls er mal an einem Wochenende keine Stimme hat, verliert er, weil er keine Kunden hat.

Ich sage nicht, dass das nicht funktioniert, es funktioniert teilweise sogar sehr gut. Aber er ist abhängig von seiner Stimme, die jetzt noch funktioniert, aber was passiert langfristig?

Genauso sieht es derzeit im deutschen Online Marketing aus…

Da wimmelt es nur so von Marktschreiern.

Alle haben…

  • ​Den schnellsten Weg, um AUTOMATISCH Kunden zu generieren
  • ​Das beste System für egal welche Nische und welches Produkt
  • Eine todsichere Anleitung, um im Internet durchzustarten
  • Ausgedachte Deadlines und Geschichten
  • Und noch viel mehr...

Kann und muss das wirklich so sein?

Dieses Geschrei stillt unsere natürliche Tendenz zu den einfachen und schnellen Abkürzungen und “Wunder-Lösungen” im Leben.

Ich bin niemand besonderes. 

Aber ich habe mich nach 4 Jahren digitaler Beratung für internationale Großkonzerne vor fast zwei Jahren selbstständig gemacht und kann davon mittlerweile gut leben.

(Kein Lamborghini, keine 40.967€ Monatsumsatz nach 3 Wochen und auch keine Fotos von mir am Strand beim Nichtstun)

Das bin ich auf einem Urlaub in Indien, beim fliegen meiner Drohne.

Ich habe ein paar Dinge richtig gemacht (und viele falsch) und ich habe viel Gutes, Schlechtes und auch Unangenehmes gesehen.

Was ich durch mein erstes Unternehmen mindhelp gelernt habe ist, dass wir als Menschen fest verdrahtete Eigenschaften und Verhaltensweisen haben, die sich über Millionen Jahre unserer ursprünglichen Natur eingebrannt haben.

Leben oder Sterben.

Fressen oder gefressen werden.

Aber viele dieser Mechanismen dienen uns nicht mehr. Kein bisschen. Es sind Relikte aus einer vergangenen Zeit.

Trotz dessen beherrschen sie viele (sogar die meisten) von uns.

Wir fühlen uns angezogen von Neuem, den Geheimnissen, den Schlupflöchern, und den Taktiken und ziehen all das den fundamentalen Strategien vor.

Es zieht uns zu den einfachen und schnellen Versprechen, anstatt dem harten und langsamen Weg.

Es ist unser primärer Überlebens “Sicherheitsschalter”, der sich einstellt, um unseren Arsch zu retten. Unser kleines Reptilien Gehirn, das unseren neueren Neocortex schikaniert.

Das Paradoxe ist, dass unsere Ärsche nicht mehr gerettet werden müssen.

:)

Long Story short: Es gibt keine Abkürzung.

Und wenn es eine gibt, dann kommt sie mit hohen Kosten.

Für Marktschreier sind die Kosten glasklar...

  • Kunden, die oft nur kaufen, weil sie manipuliert wurden
  • Kunden, die einmal kaufen und danach nie wieder
  • Eine todsichere Anleitung, um im Internet durchzustarten
  • Unglaublich viele potentielle verscheuchte Kunden, weil sie das Geschrei sowieso nicht abkönnen oder sich mittlerweile belästigt fühlen
  • Und noch etliche mehr

Viele Unternehmen und Marketer haben diese Kosten in den letzten Jahren dankend in Kauf genommen, weil der Gewinn damit trotz dessen immens war.

Sie haben es verstanden, unsere Mängel und Tendenzen zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Daran ist nicht unbedingt etwas auszusetzen.

Aber das Ding mit diesen Taktiken ist, dass schlussendlich Schreien alleine nicht mehr funktioniert.

Einfache Überzeugung mit Gewalt hat eine sehr geringe “Halbwertszeit”.

Die Alternative dazu ist, sich anzupassen, sich zu verändern (oder auszusterben).

Veränderung ist eine Konstante. Das unvermeidliches Gesetz des Lebens...

Und diese Veränderung macht sich nun auch in unserer Online Marketing Kultur breit.

Über das ganze letzte Jahrzehnt wurde das Schreien zum Standard “Business Model” für Online Marketing.

Das status quo Verhalten von all denen, die schnell online etwas verkaufen wollen.

Es war gefühlt der EINZIGE Weg, um gehört zu werden. Lauter sein als die anderen, mehr Versprechungen machen, um so schnell durchzustarten.

Und alle möglichen Online-Marketing-Gurus haben versucht, genau diesen Ansatz weiter zu kultivieren und so Solopreneure und Unternehmen in ihre Arme getrieben.

Ich bin ehrlich, auch ich habe mich in der Vergangenheit dazu hinreissen lassen.

Auch ich habe versucht, den einfachen Weg zu gehen. Eine schnelle Abkürzung und mit viel Druck und Manipulation, meine Produkte zu verkaufen.

Alle möglichen neuen Taktiken ausprobiert und schön funkelnde Systeme implementiert.

Ich muss auch nochmal betonen, dass es funktioniert.

Aber zu welchem Preis? Ist es das, was ich persönlich wirklich möchte? Womit ich mich gut fühle?

Schreien so laut es geht und mich oder das Produkt so hinzustellen, als wäre es das ALLERBESTE und die einzige Alternative?

Es war jedesmal ein Gefühl von “Das bin nicht ich” dabei.

Und je mehr ich mit anderen Firmen zusammengearbeitet habe, desto mehr habe ich gemerkt, dass es vielen genauso geht und es nicht das ist, was nachhaltig zum Erfolg führt.

Langfristig auf dem Wochenmarkt erfolgreich sind nämlich die Stände, die auch verkaufen, obwohl sie gerade keine Stimme zum Schreien haben. (Ich wusste es damals nicht, aber es gibt auch im Online-Marketing einen Weg, der sich gut anfühlt und nachhaltig funktioniert)

Mittlerweile habe ich mich für den neuen Weg entschieden.

Es gibt kein richtig oder falsch.

Nur eine einfache Entscheidung.

Das eine oder das andere.

Wenngleich es eine Entscheidung mit Konsequenzen ist.

Denn es passiert etwas Unvermeidliches. Ganz ähnlich, wie es den Marktschreiern auf dem Markt in den vergangenen Jahrzehnten ergangen ist.

Es gibt eine Wende...

Genauso, wie die Dot Com Blase 2000-2002 geplatzt ist und es 2008 die Finanzkrise gab.

Die Online Marktschreier Blase hat ein Leck und verliert Luft. Veränderungen sind nah. Und sie kommen, egal ob du mir zustimmst oder nicht.

Kurzgesagt:

  • 1
    Wer schreit hat Unrecht. Oder anders formuliert: Wer schreit, hört auf zu denken. Und das ist langfristig ein Ansatz, der langfristig nur selten gut geht.
  • 2
    Unsere fest verdrahteten Eigenschaften und Verhaltensweisen machen es uns schmackhaft, die einfachen Dinge vorzuziehen. Es ist leider genau das Gegenteil von dem, was wir brauchen um Nachhaltig etwas aufzubauen
  • 3
    Es gibt eine Wende. Der Markt entwickelt sich weiter und potentielle Kunden werden immun gegen veraltete Taktiken & Strategien.

alle inhalte dieser seite wurden  von daniel in einem café  in düsseldorf erstellt

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